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Wohnungslos nach Kündigung und Krebsdiagnose: Warum Paul (60) vom Wohnungsmarkt abgewiesen wird

28. Oktober 2026

60-Jähriger findet trotz Krankheit und Hilfsangeboten keine neue Wohnung

Dinslaken — Paul ist 60 Jahre alt, vor Kurzem an Krebs erkrankt und steht gleichzeitig ohne Wohnung da. Nach dem Verlust seiner bisherigen Unterkunft hat er dem Wohnungsmarkt bereits rund 50 Absagen erhalten. Hilfe von Hilfsprojekten konnte die Lage bislang nicht entschärfen.

Der Mann, der nie durch Alkohol oder Drogenauffälligkeiten aufgefallen ist, beschreibt eine Lage, die viele Rentner und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf dem engen Mietmarkt erleben: schlechte Chancen bei Besichtigungen, Vorbehalte von Vermietern und eine knappe Versorgung an bezahlbarem Wohnraum. Unterstützung bekommt Paul unter anderem vom Projekt «Endlich ein Zuhause», doch auch die Vermittler finden bislang keine passende Unterkunft.

Sozialarbeitende berichten, dass Anfragen häufig an formalen Gründen scheitern oder an der Angst der Vermietenden, Probleme mit Mietausfällen oder aufwändigen Pflegeanforderungen zu bekommen. Pauls Hoffnungen sind deshalb gedämpft: «Ich will neu anfangen und wieder einen Ort haben, an dem ich leben kann», sagt er. Die medizinische Behandlung macht den Neuanfang zusätzlich schwer, weil Termine, Therapie und körperliche Belastung die Wohnungssuche weiter erschweren.

Was die Situation verschärft

Wohnungslose Menschen in der Region kämpfen nicht nur gegen persönliche Schicksalsschläge, sondern auch gegen strukturelle Probleme: zu wenige bezahlbare Wohnungen, lange Wartelisten für geförderten Wohnraum und oftmals fehlende Sensibilisierung bei privaten Vermietenden. Für Betroffene wie Paul bedeutet das, dass Krankheit und Alter die Chancen auf dem Wohnungsmarkt stark mindern.

Initiativen und Sozialdienstleister fordern deshalb verstärkte Unterstützung durch die Kommunen, besseren Zugang zu gefördertem Wohnraum und mehr Engagement von Eigentümerinnen und Eigentümern, um Abschiebungen in die Wohnungslosigkeit zu verhindern. Auch kurzfristige Übergangslösungen wie betreute Wohngemeinschaften oder temporäre Übergangswohnungen werden als nötig bezeichnet.

Paul hofft auf eine Wendung: eine Wohnung, die seine gesundheitliche Situation berücksichtigt und ihm trotz der schweren Zeit wieder Stabilität bietet. Bis dahin bleibt sein Alltag geprägt von Ablehnung und dem Kampf um eine einfache Grundbedingung: ein Zuhause.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: nrz.de



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